eine Ausstellung des Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin,
kuratiert von Claudia Lorenz, Stefan Ostermeyer und raumlaborberlin.
Spiel- und Interaktionskonzept:
Büro für Sinn und Unsinn.
Kooperationspartner:
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW)
Illustration: Lukas Hamilcaro
Grafik: raumlaborberlin
Satz: Lena Appenzeller
Bauteam: Esther Bonneau, Marie Dewey, Benjamin Frick, Luis Gonzales, Leonie Hassler, Stefan Klopfer, David Moritz, Louise Nguyen, Lumi Okado, Alizée Serazin, Lukas Rosier, Moritz Wermelskirch
Erste Photo © Juliane Eirich
„Welt verändern beginnt in deiner Stadt!“
Ausstellung in Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin, bis 20. Dezember 2026, empfohlen für Kinder ab 7 Jahren.
raumlaborberlin wurde vom Alice – Museum für Kinder eingeladen, die Ausstellung GREEN PLANET BERLIN mitzugestalten.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann Berlin dem Klimawandel begegnen? Wie lassen sich Klimaneutralität und die Bedürfnisse einer wachsenden Stadt – nach Mobilität, Wohnen, Natur, sozialem Miteinander und wirtschaftlicher Entwicklung – miteinander in Einklang bringen?
Illustration: © Lukas Hamilcaro
KONZEPT
Auf 450 Quadratmetern entfaltet sich ein Erfahrungsraum, in dem junge und erwachsene Menschen entdecken, hinterfragen, experimentieren, eigene Entscheidungen treffen und dabei vielleicht auch ins Gespräch kommen.
Nach einer Begrüßung durch eine junge Klima-Influencerin können die Besucher*innen fünf atmosphärisch gestaltete Labor-Werkstätten erkunden:
das Experimentelle Stadt-Labor, die Interaktive Energie-Zentrale, die Küche der Zukunft, das Kreative Ideen-Forum und die Sound-Höhle.
© Juliane Eirich
Zur Orientierung erhalten die Besucher*innen im Anschluss an den Begrüßungsfilm einen Aktionsplan, der am Ende der Ausstellung ein persönliches Stimmungsbild zeigen soll:
Wo möchten sie fürs Klima aktiv werden und was ist ihnen dabei besonders wichtig?
Am Ende jeder Werkstatt gibt es dafür eine Stempelbar, an der die Kinder selbst auswählen können, welche Themen sie vertiefen und wo sie aktiv werden möchten.
© Juliane Eirich
Mit den gesammelten Stempeln und Erfahrungen entwickeln sie anschließend im Aktionsraum eigene Umweltvorhaben, die sie nach dem Ausstellungsbesuch allein oder gemeinsam weiterverfolgen können.
Der Ziel der Ausstellung ist dass die Besucher*innen sagen:
Ich fühle mich stärker und habe eine Meinung. Ich bin nicht allein – und ich kann die Zukunft mitgestalten.
© raumlaborberlin
© Juliane Eirich
SCENOGRAPHIE
Für die Gestaltung der Ausstellung wurde so viel wie möglich mit vorhandenen Materialien gearbeitet. Gleichzeitig entstand eine überraschende Atmosphäre, in der jeder Bereich eine eigene Identität und einen unverwechselbaren Charakter erhält.
Beim Betreten der Ausstellung gelangen die Besucher*innen in einen Raum, der vollständig aus alten Jeans gestaltet ist und mit Zeitungspapier gepolstert wurde. Die Metallstruktur stammt aus einer früheren Ausstellungsszenografie und wurde wiederverwendet. Rund 300 ausgediente Jeans der Berliner Stadtmission erhielten hier ein neues Leben und bilden nun eine freundliche, einladende Hülle, die den Start in die Ausstellung besonders atmosphärisch macht.
© raumlaborberlin
© Juliane Eirich
das Experimentelle Stadt-Labor
Die erste Werkstatt zeigt eine hybride Architektur aus Holz, Lehm, Stroh und wiederverwendeten alten Fenstern – eine szenografische Inszenierung, die spielerisch Fragen nach dem Bau unserer Städte aufwirft.
Direkt daneben entsteht eine typische Berliner Straßenkulisse mit Späti. Sie macht deutlich: Städte sind mehr als Häuser und Asphalt, sie sind lebendige Lebensräume.
Ergänzt wird der Raum durch interaktive Elemente wie den Kiezomat und die Regenwasserbank von Regenmodule. Letztere ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Straßen klima- und menschenfreundlicher gestaltet werden können: Die Bank sammelt Regenwasser, mit dem Pflanzen und Bäume im öffentlichen Raum bewässert werden. Gleichzeitig bietet sie einen Ort zum Verweilen, Begegnen und Austausch für die Nachbarschaft.
© Juliane Eirich
© Juliane Eirich
die Interaktive Energie-Zentrale
„ Energie steckt überall drin, aber sie ist praktisch unsichtbar. Erst in Form von Licht, Wärme, Bewe- gung wird sie sichtbar. Ohne Energie läuft gar nichts: man kann keine Nachrichten schicken, die Heizung bleibt kalt… „
Auf der Rückseite einer alten Kühlschrankwand liegt die nächste Werkstatt. Dort kann man auf ein Fahrrad steigen und am eigenen Körper erleben, wie sich Energie erzeugen lässt.
Hier befindet sich auch die Steckerbar: An ihr können Besucher*innen den Energieverbrauch verschiedener Alltagsgeräte testen und ihren eigenen täglichen Verbrauch hinterfragen und reflektieren.
© Juliane Eirich
© Juliane Eirich
die Küche der Zukunft
Auf der Rückseite der alten Kühlschrankwand befindet sich der Bereich Ernährung. Alles, was wir essen, kommt letztlich aus der Erde – aber wie steht es um unsere Böden?
In interaktiven Stationen wird gezeigt, was regionale und saisonale Lebensmittel ausmacht, welche Fragen Tierprodukte aufwerfen und wie viel CO2 bei der Herstellung und beim Transport von Lebensmitteln entsteht.
Ergänzt wird erzählt wie Landwirtschaft dazu beitragen kann, einige der großen Probleme unserer Zeit zu lösen. Wer mag, kann die Qualitäten von gesundem Boden entdecken oder erfahren, was im Kuhfladen steckt. Lebensgroße Kühe, ein paar Strohballen und ein Kompost mit Laubblättern verwandeln den Raum in ein sinnlich erfahrbares Umfeld.
© Juliane Eirich
© Juliane Eirich
die Sound-Höhle
Der nächste Bereich bildet einen weichen, umhüllenden Körper. Die Struktur der Sound-Hülle wurde aus alten MDF Platten geschnitten, die zuvor in einer Ausstellung in Luckenwalde verwendet wurden. Die Bekleidung besteht aus alten Zeitungen, die schuppenartig über die Oberfläche verteilt und anschließend farbig besprüht wurden, um eine abstrakte, lebendige Wirkung zu erzielen.
Drinnen befindet sich das „Remix-Tisch“, entwickelt von Sebastian Schlemminger, Norbert Lang und Sebastian Kunas. Hier können die Besucher*innen der Ausstellung ihren persönlichen Emotionen- Soundtrack gestalten.
© Juliane Eirich
© Juliane Eirich
das Kreative Ideen-Forum
Um gut zusammenleben zu können, müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, etwa über Regeln oder darüber, wofür Geld ausgegeben wird. Dabei ist es wichtig, dass sich alle eingebunden und beteiligt fühlen.
In das Kreative Ideen-Forum können Besucherinnen ihre eigenen Ideen in der Plakatewerkstatt einbringen. Diese Holzstruktur bietet mit 63 vorgefertigten Stempeln ein kreatives Gestaltungssystem, das Besucherinnen dabei unterstützt, eigene Ideen zu entwickeln. Hier kann jeder für sich überlegen, was für Berlin besonders wichtig ist, und passend dazu ein eigenes Plakat gestalten.
Der Raum bietet außerdem Platz für unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt, den Alltag und den Umgang mit Klima und Umwelt. Es geht um Gemeinschaft, Empathie, kreative Ideen und Vorstellungen von einer besseren Zukunft.
© Juliane Eirich
© Juliane Eirich
Aktionscampus
Der Aktionsraum bildet den Abschluss der Ausstellung. Hier können Besucher*innen auf ihre Erfahrungen zurückblicken und ihren Aktionsplan ansehen: Was hat interessiert, welche Möglichkeiten gibt es konkret zu handeln und mit wem könnte zusammengearbeitet werden?
In der Mitte befindet sich eine skulpturale Collage aus alten Holzmöbeln. Die wiederverwendeten Materialien verleihen dem Abschlussbereich einen lebendigen Charakter, machen Transformation sichtbar und regen zum Nachdenken über nachhaltige Veränderungen an.
Hier lassen sich Ideen weiterentwickeln und gemeinsam überlegen, welche Aktionen umgesetzt werden können. Der Power-Tier-Test zeigt spielerisch, wie sich jede*r am besten einbringen kann. Ob aktiv mit anpacken, laut für Veränderungen eintreten oder leise Zeichen setzen, sowohl individuelles Engagement als auch gemeinsames Handeln finden hier ihren Platz.
© Juliane Eirich