Seit Anfang September 2018 läuft das integrierte Werkstattverfahren zum Haus der Statistik am Alexanderplatz in Berlin Mitte. In der ersten Phase wurden Grundlagen für einen neuen Bebauungsplan für dieses Areal  erarbeitet. Am 16.01.2019 wurden die finalen Entwürfe präsentiert. Es geht weiter mit der Fortführung des integrierten Werkstattverfahren.

Das Haus der Statistik am Alexanderplatz steht seit 2008 leer. Die Bausubstanz des ehemaligen Sitzes der Staatlichen Zentralverwaltung der Statistik (SZS) der DDR wurde als unvermarktbar eingestuft und somit Pläne für den Abriss zugunsten einer städtebaulichen Neuplanung formuliert.

 

Nach einer Kunstaktion 2015 Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA), die Räume für Kultur, Bildung und Soziales forderte, formierte sich die Initiative Haus der Statistik. Durch den Einsatz der Initiative Haus der Statistik, zu der auch raumlaborberlin gehört, kam es zu einer Einigung mit der Berliner Politik die Bestandsgebäude zu erhalten, ergänzen und umzunutzen.Aus der Initiative ging die ZUsammenKUNFT Berlin eG – Genossenschaft für Stadtentwicklung (ZKB) hervor.

 

Seit Januar 2018 gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen fünf Partnern (KOOP 5): die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenSW), der Bezirk Mitte, die beiden landeseigenen Gesellschaften Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) und die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM), sowie die ZUsammenKUNFT Berlin eG (ZKB).
In gemeinsamer Verantwortung und unter breiter Mitwirkung der Stadtgesellschaft wollen sie das Haus der Statistik zu einem „solidarischen, nachhaltigen und weltoffenen“ Stück Berlin gestalten.

 

Seit Anfang September läuft das integrierte Werkstattverfahren zum Haus der Statistik am Alexanderplatz in Berlin Mitte. Dieses Verfahren ist insofern besonders, als das es vielfältige Ebenen der Mitwirkung schafft. So ist insbesondere die Stadtgesellschaft dazu aufgefordert aktiv in diesem Prozess mitzuwirken.Es werden Grundlagen für einen neuen Bebauungsplan für dieses Areal erarbeitet.

 

Innerhalb des Werkstattverfahrens wurden in den vergangenen Monaten in einem Modellverfahren drei Planungsteams damit beauftragt, städtebauliche Konzepte zu entwerfen. Dabei konnten sich alle Interessierten aus der Stadtgesellschaft bei verschiedenen Veranstaltungen zusammen mit den fünf Kooperationspartnern und den Planer:innen mit ihren Ideen einbringen und bei den Entwürfen mitwirken. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Quartiers für Berlin, das ein besonderes Maß an Vielfalt und Innovation ausstrahlt.
Die Werkstatt

 

Der ehemalige Fahrradladen Flöckner am Haus der Statistik in der Karl-Marx-Allee 1 wurde im September 2018 als Werkstatt neueröffnet. Hier finden die Veranstaltungen des integrierten Werkstattverfahrens sowie weitere Formate der Mitwirkung statt. Zudem dient sie als erste Anlauf-, Informations- und Mitmachzentrale rund um die Entwicklung des Areals am Haus der Statistik.

 

Das Team

 

Das Werkstatt-Team besteht aus Mitarbeiter:innen der ZUsammenKUNFT Berlin eG (ZKB) und somit ist auch raumlaborberlin Teil dieses Teams. Anregungen und Ideen aus der Stadtgesellschaft, die in den wöchentlichen Veranstaltungen erarbeitet werden oder auf andere Art und Weise das Team erreichen finden so ihren Weg in das Werkstattverfahren. Gleichzeitig sorgt die Werkstatt auch dafür, dass der jeweilige Stand des Planungsverfahrens der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird.

 

Termine

Alle Informationen, sowie Termine zu Veranstaltungen finden sich auf der Website der Werkstatt:

https://hausderstatistik.org/

 

Regelmäßig

Werkstatt immer Dienstag und Donnerstag von 13–18 Uhr

 

Adresse

 

Die Werktstatt befindet sich im ehemaligen Fahrradladen Flöckner direkt am Haus der Statistik.

 

Karl-Marx-Allee 1

10178 Berlin

 

werkstatt@hausderstatistik.org

 

Ergebnis des integrierten Werkstattverfahrens

Von September 2018 bis Februar 2019 lief die erste Phase vom integrierten städtebaulichen Werkstattverfahren. Damit wurden gute Grundlagen für einen neuen Bebauungsplan für das Areal Haus der Statistik erarbeitet. Der ist notwendig, damit in Zukunft nicht wie bisher überwiegend Büronutzungen, sondern auch vielfältiges Wohnen, Kultur und soziale Einrichtungen im Areal realisiert werden können.

Es wurde vieles anders gemacht als üblich: Planungs-Expert:innen, Alltags-Expert:innen, Prozess-Steuer:innen, Anwohner:innen und Freiraum-Liebhaber:innen – im integrierten Werkstattverfahren tauschten sie sich aus, diskutierten Ideen und nutzten verschiedene Ebenen der Mitwirkung.

 

Das Ergebnis der Werkstattphase: die städtebauliche Entwürfe von Teleinternetcafe und Treibhaus sollen umgesetzt werden. Der stark aus der Nutzer:innenperspektive entwickelte Entwurf spiegelt den gemeineinwohlorientierten Ansatz der fünf Kooperationspartnerkonsequent wieder.

 

Bis 2021 soll der Entwurf durch den Bezirk Mitte mittels Bebauungsplan-Verfahren in Baurecht überführt werden.

 

Es entstehen …

rund 66.000 Quadratmeter Neubau, die den Bestand des Hauses der Statistik (46.000 m²) ergänzen,

drei Höfe („Stadtzimmer“) in der Mitte des Areals für gemeinschaftliche Nutzung und Begegnung,

Wohnbebauung entlang der Berolinastraße (sieben Geschosse) mit zwei 15- und 12-geschossigen Wohnhochhäusern,

ein 16-geschossiger Büroturm an der Otto-Braun-Straße für das neue Rathaus Mitte,

drei „Experimentierhäuser“ für wechselnde Nutzungen sowie

Dachgärten und Gemeinschaftsterrassen, die für zusätzliches Grün in der dichten Bebauung sorgen

 

Die Hinweise und Impulse aus den Kolloquien und der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden konsequent in den Entwurf eingearbeitet: Die Ver- und Entsorgung des Bestands und des Rathauses erfolgt nun über die Otto-Braun-Straße, ebenso passten die Planer:innen die Positionierung der Hochpunkte an.