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IBA Berlin 2020 – prae IBA team

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  • HAUPTSTADT.RAUMSTADT.SOFORTSTADT

    Berlin ist heute eine der attraktivsten Metropolen in Europa. Hier ist machbar und erlebbar, wovon in vielen anderen Weltstädten nur geträumt werden kann. Das erklärt die ansteckende Aufbruchstimmung und bietet ein immenses Entwicklungspotenzial, das junge und kreative Macher aus aller Welt anlockt. Das Resultat: eine anhaltende Umtriebigkeit und Experimentierfreude, von der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur profitieren.

    Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer und nach einer Zeit aufregender Transformation von der geteilten zur geeinten Stadt sind deutliche Anzeichen einer neuen Dynamik zu erkennen, die gestaltet werden will. Diese Chance gilt es zu nutzen: mit einer IBA Berlin 2020, die sich vehement für diese ambivalenten und komplexen Gemengelagen interessiert – im Hinblick auf einen Städtebau, der dem globalen Druck des Klimawandels und der beschleunigten Internationalisierung der Wirtschaft ebenso Rechnung trägt wie den lokalen Notwendigkeiten und Chancen.

    Im September 2010 wurde das „Prae-IBA-Team“ mit sieben interdisziplinär arbeitenden Experten und Expertinnen ins Leben gerufen. Das „Prae-IBA-Team“ entwickelte im Austausch mit der Projektgruppe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bis Jahresende 2010 das Vorkonzept IBA BERLIN ZWANZIG ZWANZIG. Auf der Grundlage dieser Leitideen entstand bis Mitte 2011 in einem Diskussionsprozess im IBA Studio mit vielen Beteiligten ein Konzeptvorschlag für die Durchführung der IBA Berlin 2020.

    Eine IBA ist ein Labor, in dem exemplarisch gearbeitet wird, in dem modellhafte und übertragbare Projekte und Strategien entstehen. Die Grundhaltung des Konzepts ist im Begriff Stadtkapital benannt. Stadtkapital bezeichnet eine Haltung des anders Hinschauens, Teilhabens, Kooperierens, Bauens, Rechnens. Es ist die Haltung einer chancenorientierten Stadtentwicklung. Die IBA 2020 entwickelt drei strategische Ansätze, für einen neuen integrieten Zugang zu Stadt: Hauptstadt, Raumstadt und Sofortstadt.

    Berlin als Hauptstadt ist das Schaufenster Deutschlands. Hier wird der gesellschaftliche Entwurf einer städtischen demokratischen Gesellschaft ausgestellt. Im Jahre 2020 sollen Berlinerinnen, Berliner und Gäste Architektur und städtebauliche Projekte, aber auch Landschafts- und Kunstprojekte entdecken. Diese Projekte sollen modellhaft sein und  ein demokratisches Berlin im 21. Jahrhundert zeigen, das im Labor IBA Berlin 2020 acht Jahre lang daran gearbeitet hat, das Bild der gemischten europäischen Stadt als Gesellschaftsmodell produktiv zu kultivieren.

    Die städtebauliche Strategie Raumstadt zielt auf den Raum als beachtliches Kapital Berlins. Es gilt diesen Raum zum Wohle aller restriktiv und klug zu bewirtschaften und sich genau zu überlegen, an welchen Stellen jetzt oder erst in weiterer Zukunft gebaut werden muss. Die IBA soll Modelle für eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung erproben und neue Formen der Raumaneignung entwickeln.

    Die kulturelle und partizipative Strategie Sofortstadt versteht Planen und Bauen explizit als Prozess. Sofortstadt greift die oft unvermeidbaren und aus komplexen Sachzwängen resultierenden, langen Zwischenzustände, als Chance für Beteiligung und Kooperation im Entwurfsprozess von Stadt anders zu nutzen. Berlin ist die Hauptstadt der Zwischennutzungen, der temporären Inanspriuchnahme. Mit zeitlich überschaubaren, freudvollen, praktischen Projekten soll gemeinschaftliches Stadtmachen real geschehen. Die Projekte helfen das Terrain zu sondieren, es für bestimmt Nutzungen zu testen, Adressen zu bilden. Die Sofortstadt ist auch Testfeld für neue ökonomische Ansätze des Stadt-Machens, mit dem Ziel breitere Schichten an den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen teilhaben zu lassen. Das Prinzip der Sofortstadt ist Ausgangspunkt aller IBA-Projekte.

    Von den vielen im Konzept vorgestellten Suchräumen zur Realisierung der IBA, wird hier der Suchraum Tempelhof / Neukölln exemplarisch vorgestellt.

    Untersuchungen und Vorarbeiten

    > Neukölln now Map & Katalog

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    Gözde Sarlak für raumlaborberlin, click to download

     

    > Fallstudie Eichbaumoper

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    > Entwurf IBA-Diagramm über Zeit

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    > Nord-Neukölln: Soziale Mischung in der nachhaltigen Stadt

    “Durch welche Strategien und Projekte kann die Entwicklung so gestaltet werde, dass die Bewohnerinnen und Bewohner an der Aufwärtsdynamik aktiv teilhaben und eine Polarisierung verhindert wird.”

     

     

    Prae-IBA-Team

    comissioned by Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

    mehr informationen unter IBA Berlin 2020

    Neuköln Now

     

    urban strategy / Rahmenplanung / munich / München / Dachauer str

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  • the urban strategy for a quite large piece of the central area of munich proposes a development strategy that incorporates existing potentials and actors into a long term time perspective. it therefore proposes a development in steps, that allow the current actors to move inside the area and potentially allows them to keep their places in the further future.

    Mit der Rahmenplanung „Dachauer Straße“ wird das bisher als zusammenhanglos wahrgenommene Konglomerat von Einzelgebieten zum ersten Mal als innerstädtisches Gesamtgebiet thematisiert. Daran knüpft sich die Chance, das Gerüst für einen sukzessiven Transformationsprozess zu definieren – eine übergeordnete Leitidee zu formulieren, das Areal in das gesamtstädtische Grün- und Freiraumkonzept einzubinden, neue Nachbarschaften zu den angrenzenden innerstädtischen Quartieren aufzubauen und die Entwicklung der Teilgebiete synergetisch aufeinander abzustimmen.

    plan of public spaces with an overlay of a subjective analysis of public frequencies.
    Plan der öffentlichen Räume nach Nolli und der Frequenzen

    time diagram showing the alternating development of the areas, allowing activities to shift from one to another and including the public spaces in the role of generators. a flexible set of tools is provided to allow time sensitive acting.
    Das Prozessdiagramm zeigt, wie versetzt ablaufende Entwicklungen von Teilarealen dazu führen können dass Akteur und Initiativen durch kleinräumliche Bewegung im Gebiet gehalten werden können. Der öffentliche Raum übernimmt in diesem Prozess die Rolle eines Generators.

    model an plan view of one of the areas with the flexible tool set applied.

    ein Teilareal in Plan und Modell. Ein flexibels Regelwerk biete den dynamischen Entwicklungsrahmen.

    Commissioned by City of Munich Department for Urban Development
    Im Auftrag der Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung

    In Kooperation mit Studio UC Klaus Overmeyer

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    Stadtpark Dessau

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  • This is a participative process to redefine Dessau City Park; gradual development of park with intensive integration of user interests. The design will be framed by a sculptural fringe. Flexible-use islands have been positioned at the green core of the park according to the wishes of the residents.

    Partizipatives Verfahren zur Neufassung des Dessauer Stadtparks. Schrittweise Entwicklung des Parks unter intensiver Einbeziehung von Nutzerinteressen. Der Entwurf wird von einem skulpturalen Saum eingerahmt. Im grünen Kern des Parks sind flexibel programmierbare Nutzungsinseln nach den Wünschen der Anwohner platziert.

    Invited by ExWoSt Modellvorhaben, Stadt Dessau, Bauhaus Dessau
    Auf Einladung von ExWoSt Modellvorhaben, Stadt Dessau, Bauhaus Dessau

     

    Kolorado – Neustadt

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  • “This project involved designing urban development strategies within the context of urban shrinkage. Essential aspects of the diversification process within this district were: to attract attention to smaller urban elements using the “Kolorado Plan”, to include residents in the development process and to initiate negotiation processes using developmental objectives and means.
    Entwicklung von Stadtentwicklungsstrategien unter dem Vorzeichen der Schrumpfung. Wesentliche Aspekte sind dabei die Diversifizierung des Stadtteils durch Profilierung von Kleinstadtorten auf der Basis des „Kolorado“-Plans, Teilhabe der Bewohner am Entwicklungsprozess, Erzeugen von Verhandlungsprozessen über Entwicklungsziele und -mittel.

    Projektansatz
    Halle-Neustadt ist eines der letzten europäischen Idealstadtprojekte. Die Stadt wurde auf politischen Beschluß 1964 gegründet und für die Chemiearbeiter von Buna, Leuna und Bitterfeld bis in die neunziger Jahre weitergebaut. Rationalisierungen in der Industrie führten zu Arbeitslosigkeit und Wegzug, Halle-Neustadt schrumpfte von mehr als 100.000 auf um die 65.000 Einwohner. Rund ein Viertel der zu 99% in Plattenbauten liegenden Wohnungen stehen heute leer.
    Um mit unseren Vorschlägen möglichst direkt auf die Probleme reagieren zu können, verfolgten wir eine doppelte Strategie der Ortsanalyse: zum einen die klassische Studioarbeit mit den Mitteln des Plans, der Tabelle und der Planungsgeschichte, zum anderen die Mittel der systematischen und unsystematischen subjektiven Ortserkundungen. Wir führten experimentelle Stadtläufe durch, befragten und diskutierten mit Bewohnern, mieteten und bewohnten eine P2-Wohnung im 11. Stock, luden zum Kaffeetrinken ein, entdeckten die Menschen hinter der Hallenser Subkultur, diskutierten das Wohnen in der Platte, den Imagewandel, das Grün, den Städtebau, die Nachbarn und die Zukunft. Unser Bild von Halle-Neustadt wurde zu einem komplexen Gebilde aus sechs individuell gefärbten, vernetzten Interpretationen all dieser Wahrnehmungsebenen.

    So entstand der Raumlabor-Vorschlag, Halle-Neustadt zu Kolorado-Neustadt weiterzuentwickeln: eine offene Strategie, die darauf abzielt, den ehemals homogenen Stadtteil innerlich und äußerlich zu diversifizieren, die Bewohner für die Chancen im Transformationsprozeß als Akteure zu gewinnen, mit dem Einrichten von Kommunikationsplattformen den Austausch unter den Akteuren zu stimulieren und die ganze Entwicklung mit zeitlich gestaffelten Impulsen gezielt in Gang zu setzen. Der erste Schritt ist eine radikale Neustrukturierung von Neustadt in neue Untereinheiten. Im nächsten Schritt werden für ausgewählte Teilfelder zusammen mit lokalen Teams Maßnahmenkonzepte entwickelt.

    Aktionsknoten
    Ein wichtiger Baustein der Kolorado-Strategie ist die Installation von Aktionsknoten. Das sind Aktionen, die Leute vor Ort zusammenbringen und andere nach Neustadt holen, die sonst nicht dorthin kämen. Bestes Beispiel ist das diesjährige Theaterfestival in Halle, “Hotel-Neustadt“, dessen Organisationsteam mit Benjamin Foerster-Baldenius und Matthias Rick gleich zwei Raumlabor-Aktive enthält. Herausforderung und Themenschwerpunkt des Festivals sind Halle-Neustadt, Leerstand und Perspektiven. Teil des Projektes ist es, eins von vier leerstehenden 18-geschossigen Hochhäusern im Zentrum von Neustadt, ein ehemaliges Wohnheim für 1.000 Studierende, für die Dauer des Festivals als temporäres Hotel zu nutzen.

    Innerhalb des Hotelprojekts gab es Raumlabor-Plug-Ins: Mit der gocji-crew, einer Studentengruppe von Markus Bader an der BTU Cottbus, untersuchuten wir, wie die beim Abriß von Gebäuden anfallenden überflüssigen Materialien und Strukturen als Ressource begriffen werden können. Experiment: Wie kann man mit 50 Türen in einem heruntergekommenen Hochhaus temporäre Wohnenklaven schaffen? Wir wohnten und bauten eine Woche lang vor Ort. Im Rahmen des Hotel-Neustadt-Festivals erprobten wir dann den Freizeitwert von 50 weiteren Türen in Konfrontation mit dem öffentlichen Raum: Zusammen mit Jugendlichen aus verschiedenen Hallenser Radfahrszenen bauten wir daraus einen Fahrrad-parcours auf dem Neustädter Platz.

    Die Ansätze des Projektes “Kolorado Neustadt” wurden im Projekt “multiplan” vertieft.

    Commissioned by Halle City Planning Office in the context of “Stadtumbau Ost”
    Im Auftrag vom Stadtplanungsamt Halle, im Rahmen von „Stadtumbau Ost“